Kontaktpflege

Metallschaum sorgt für bessere Verbindungen

Kunde:

Gemeinschaftskraftwerk Bremen

Zeitraum:

2020

Zusammenfassung

Auf dem Papier sah alles nach einem Routineauftrag aus: Im Gemeinschaftskraftwerk Bremen sollte Uniper Anlagenservice (UAS) Anfang Mai des vergangenen Jahres eine Generatorableitung und die dazugehörenden Peripheriekomponenten inspizieren und begutachten. Bei dem Umfang der Anlage normalerweise eine  überschaubare Angelegenheit. Doch dann kam so manches anders.

 

Herausforderung

Zu Beginn war alles nach Plan gelaufen, doch bei der Inspektion eines Schienenkanals zwischen Generator und Erregertransformator aber stellte der UAS-Bau-leiter Marcel Plaumann unerwartet Schäden an den Kontaktverbindungen fest.

 

Lösung

Anstelle von Metallscheiben setzte das UAS-Team auf ein Material, das Hochstromverbindungen zuverlässig und dauerhaft verbessert. Ecocontact® wurde in lang-jähriger Forschung für industrielle Anwendungen entwickelt, bei namhaften Energieerzeugern in Deutsch-land und Europa erprobt und erfolgreich umgesetzt. In Deutschland ist UAS Exklusivpartner für das Produkt.

Key Facts

600

Grad

So hohe Temperaturen durch Überhitzungen wurden festgestellt.

105

Grad

betragen die maximal zugelassenen Temperaturen

1,6

Millimeter

stark sind die Schaummatten

„„Der Kontaktwiderstand bleibt länger stabil. Heißstellen werden vermieden, die Temperatur wird erheblich gesenkt.““
Frank Génie
Uniper Anlagenservice, Projektleiter

Komplette Projekt-Story

Der Betreiber der relativ neuen Anlage hatte UAS bei einem geplanten Still stand beauftragt, um Fehler an seiner Hochstromanlage inklusive Generatorableitung sowie Erregerstromanlage auszuschließen. Zu Beginn sei alles nach Plan gelaufen, erinnert sich Projektleiter Franck Génie. Bei der Inspektion eines Schienenkanals zwischen Generator und Erregertrans-formator aber stellte der UAS-Bauleiter Marcel Plaumann unerwartet Schäden an den Kontaktverbindungen fest. „Es gibt an den Kontakt-schienen zahlreiche Deckel, die zu Prüfzwecken geöffnet werden können und durch die man in die Stromschiene hineinblicken kann“, so Franck Génie.

Der Befund war für Plaumann eindeutig: Die Kontaktstellen, an denen die Stromschienen miteinander verbunden sind, waren zum Teil erheblich beschädigt, manche sogar geschmolzen. „Bei Hochstromverbindungen sind es immer die Kontaktstellen, die kritisch sind“, weiß Génie. „Die dort zulässigen Temperaturen liegen bei maximal 105 Grad Celsius.“ Die vorgefundenen Schmelzspuren des Aluminiums wiesen schon auf eine Überhitzung durch deutlich höhere Temperaturen bis circa  600 Grad hin. Die Folge: Aus der routinemäßigen Begutachtung des Anlagenteils wurde ein komplexer Reparaturauftrag, der zwar die zeitlichen Vorga-ben sprengte, den Kunden aber schlussendlich voll überzeugte. Denn: Anstelle von Metallscheiben setzte das UAS-Team auf ein Material, das Hochstromverbindungen zuverlässig und dauerhaft verbessert. Ecocontact® wurde in langjähriger Forschung für industrielle Anwendungen entwickelt, bei namhaften Energieerzeugern in Deutschland und Europa erprobt und erfolgreich umgesetzt. In Deutschland ist UAS Exklusivpartner für das Produkt.

Erhöhte Leitfähigkeit

„An solchen sogenannten Heißstellen kann nur Hochleistungsmaterial bestehen“, erklärt Franck Génie. Der Schaum setzt sich aus Silber, Gold, Nickel, Zinn und Kobalt zusammen und ist für alle Werkstoffe in allen Strom-, Spannungs- und Temperaturbereichen geeignet. Durch die Schaumstruktur verbinden unzählige Kontaktpunkte zuverlässig auch unterschiedlichste Leitermaterialien wie beispielsweise Kupfer/Kupfer, Kupfer/Aluminium oder Stahl/Kupfer. Génie weiter zu den Vorteilen: „So wird die Leitfähigkeit der Verbindung um ein Vielfaches erhöht beziehungsweise Energieverluste werden reduziert, auch  bei extremen Einsatzbedingungen. Der Kontaktwiderstand bleibt länger stabil. Heißstellen werden vermieden, die Temperatur wird erheblich gesenkt. Und schließlich ist die Installation relativ schnell und einfach, die Kosten für Montagezeiten und Wartungsarbeiten sind vergleichsweise gering.“ Das Material gibt es in Form von stabilen, aber trotzdem leicht zu bearbeitenden Schaummatten in einer Stärke von 1,6 Millimetern. Die benötigten Werkstoffe lassen sich mit einem handelsüblichen Cutter in jede gewünschte Form aus der Matte schneiden. Nach weniger als einem Jahr haben sich etwaige Mehrkosten des Schaumeinsatzes rentiert.

Straffes Programm

Insgesamt fünf Mitarbeiter waren im Einsatz, um die Stromschienen zu reinigen, instandzusetzen und unter Verwendung der neuen Bauteile aus dem Metallschaum wieder einzubauen. Für jede Stromschiene musste neu entschieden werden, was zu tun war. In der Zeit stand das Kraftwerk still. „Der Mai ist traditionell Hochsaison für Revisionen“, weiß Franck Génie. Der Spielraum für Improvisation ist gering. „Wir hatten seinerzeit vier Baustellen zu bearbeiten“, blickt Génie zurück. Durchdachtes Personalund Baustellenmanagement sowie hohe Flexibilität und Einsatzbereitschaft der ausführenden Mannschaft machte es möglich: Nach drei Wochen konnte die Anlage im Norden wieder ans Netz gehen. Eine erneute Kontrolle im Oktober 2019 unterstrich die Wirksamkeit dieser Maßnahme: Alle Kontakte wurden nach fünf Monaten Betrieb in einwandfreiem Zustand befundet.

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