Arbeiten nördlich des Polarkreises

Revisionsarbeiten in nordschwedischen Wasserkraftwerken

Kunde:

Vattenfall

Zeitraum:

2019

Zusammenfassung

Der Kunde Vattenfall betreibt in Nordschweden einige Wasserkraftwerke, um damit nachhaltigen Strom zu produzieren und ein wichtiges Datencenter zu betreiben. Diese Kraftwerke müssen regelmäßig gewartet werden. Seit 2016 ist Uniper Anlagenservice mit diesem Projekt betraut.

 

Herausforderung

Die besondere Schwierigkeit dieses Projektes ist seine Lage: Die Wasserkraftwerke  sind in Kavernen gebaut. In 60 Meter senkrechten hohen Schächten befinden sich die Generatorableitungen. Die Abgeschiedenheit der Baustellen und die extremen klimatischen Bedingungen in Nordschweden sind zusätzliche Herausforderungen für das Projekt und seine Mitarbeiter.

 

Lösung

Flexibilität und exaktes Aufstellen von Rettungs- und Arbeitssicherheitskonzepten sind notwendig, um die Generatorableitungen in den Kavernen zu erreichen. Nur so kann das Projekt erfolgreich abgeschlossen werden. Uniper hat es geschafft, selbst kurzfristige Unwegsamkeiten, wie die verzögerte Lieferung von Ersatzteilen, aus dem Weg zu räumen und Alternativlösungen zu finden. Der Kunde Vattenfall schätzt eben diese Eigenschaften an UAS.

Key Facts

150

Kilometer

entfernt ist der nächste Supermarkt von der Baustelle

60

Meter

messen die senkrechten, hohen Schächte, in denen sich die Generatorableitungen befinden

3

Jahre

lang führt Uniper Anlagenservice bereits Revisionsarbeiten an Wasserkraftwerken in Nordschweden durch

„Flexibilität ist gefragt, wenn sich die Lieferung von Ersatz- und Bauteilen verzögert.“
Frank Génie
Uniper Anlagenservice, Projektleiter
Arbeiten bei jedem Wetter: Auch im Frühling gibt es im hohen Norden Eis und Schnee
Arbeiten bei jedem Wetter: Auch im Frühling gibt es im hohen Norden Eis und Schnee
Prüfen auf Herz und Nieren: hier ein revidierter Generatoranschluss
Prüfen auf Herz und Nieren: hier ein revidierter Generatoranschluss

Komplette Projekt-Story

Von Porjus aus geht es in Richtung Nordwesten nach Ritsem quasi immer geradeaus. Kilometerlang an Seen vorbei, durch unendliche Wälder, schneebedeckte Berge im Blick – ein Paradies für Wanderer. Für Bauleiter Marcel Plaumann und seine Kollegen von Uniper Anlagenservice heißt das: Arbeiten, wo andere Urlaub machen. Denn hier im hohen Norden liegt ein Reichtum Schwedens: Wasserkraft, mit den der Energieerzeuger Vattenfall nachhaltig Strom erzeugt und damit vor allem im Norden Schwedens wichtige Datencenter versorgt. Die Anlagen und Komponenten in den Kraftwerken müssen kontinuierlich geprüft und gewartet werden – gerade hier, wo die Umweltbedingungen extrem sind. „Wer hier arbeitet, muss starke Nerven haben und in sich ruhen,“ meint Marcel Plaumann. Er begleitet die Projekte in Nordschweden und ist während dieser Zeit ständig dort. „Der nächste Supermarkt und die nächste Tankstelle sind von der aktuellen Baustelle in Ritsem 150 Kilometer entfernt.“ Selbst im Hochsommer könne es auch immer wieder einmal schneien.

Seit Herbst 2016 führt Uniper Anlagenservice Revisionen der Generatorenableitungen bei mehreren Wasserkraftwerken in Nordschweden durch: Im Kraftwerk Harsprånget standen die Revisionen der Generatorableitung Block 4 (2018) und 5 (2017) sowie im Kraftwerk Juktan (2018) an. In diesem Jahr folgt die Revision im Kraftwerk Ritsem. „Die Generatorableitung ist ein wichtiger Bestandteil von Kraftwerken und die Grundvoraussetzung für eine einwandfreie und sichere Übertragung der erzeugten Leistung vom Generator zum Maschinentransformator“, erklärt Franck Genie, der das Projekt von Gelsenkirchen aus leitet.

Wartungsarbeiten mit Industriekletterern

Bei den Überprüfungen fällt regelmäßig auch eine Reihe von Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten an, die von den UAS-Teams ebenso zuverlässig wie fachgerecht ausgeführt werden. Dazu zählt unter anderem die Erneuerung von Spezialdichtungen und Membranen. „Bei den Arbeiten im Kraftwerk Harsprånget mussten wir zudem eine Anpassung an einem neuen Maschinentransformator vornehmen, neue Schutzkondensatoren sowie Stromwandler einbauen“, blickt Genie zurück. Eine der großen Herausforderungen dabei: „Die Wasserkraftwerke sind in Kavernen gebaut“, beschreibt Genie. Die Generatorableitungen befänden sich in 60 Meter senkrechten hohen Schächten. Dazu müsse ein exaktes Arbeitssicherheits- und Rettungskonzept aufgestellt werden. „Die Wartungsarbeiten müssen hier von Industriekletterern durchgeführt werden, die uns vom Betreiber beigestellt werden“, so Genie.

Eine andere: Die Lieferung von neuen Bauteilen und Ersatzteilen in diese Gegend dauert extrem lang. „Vor einiger Zeit wurde unser Paket mit Ersatzteilen während des Transports zerstört“, so Genie. „Das kann natürlich auch in Deutschland passieren, nur können die Folgen dort oben aufgrund der langen Lieferzeit viel gravierender sein.“ Also musste ein neuer Direkttransport organisiert werden, damit die Arbeiten schnellstmöglich fortgesetzt werden konnten. In der Zwischenzeit mussten die Arbeitsabläufe umgestellt werden, um Wartezeiten zu vermeiden. Genie: „In solchen Fällen ist Flexibilität angesagt.“ Der Kunde Vattenfall schätzt gerade diese Eigenschaften offensichtlich sehr. Die Arbeiten nördlich des Polarkreises sind noch lange nicht vorbei.

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